STILLE

05_Heiterwang_See

Wir halten Rast am Bergsee und blicken einige Zeit auf die Wasseroberfläche, bis uns die Stille umfängt. Nun werfen wir ein kleines Steinchen in den See. Wir hören den Klang des Steinchens auf der Wasseroberfläche. Gleich darauf ist es wieder still. Kleine Wellen breiten sich kreisförmig aus, wir spüren in sie hinein, atmen tief ein und langsam wieder aus.

Vielleicht nehmen wir nun das Zirpen einer Grille, die Glöckchen der Bergschafe, das Flüstern des Windes oder Vogelgezwitscher wahr? Der Klang breitet sich in unserem Körper aus, wie die kreisförmigen Wellen am See. Doch tief in unserem Inneren herrscht Stille. Wir spüren noch tiefer hinein in unsere Stille.

Wir atmen sie.

 

Mit etwas Übung kannst du Stille empfinden, wann immer du möchtest:

Stell dir vor, du genießt einen warmen Sommertag in der Natur. Ruhe umfängt dich.

Mit jedem Ausatmen sinkst du tiefer hinein in deine innere Stille. Du nimmst deine Gedanken wahr und lässt sie wieder ziehen wie Wolken am Himmel.

Du spürst die Luft auf deinem Gesicht und deinen Händen.

Empfinde die wärmenden Strahlen der Sonne.

Nimm Geräusche wahr und lass sie wieder ziehen, wie die kreisförmigen Wellen auf der Wasseroberfläche des Bergsees.

Dein Atem fließt ruhig und gleichmäßig.

Du schließt deine Augen und denkst: „Ich bin ruhig – ganz ruhig.“

Deine Arme und Beine werden immer schwerer und schwerer.

Mit jedem Atemzug tauchst du tiefer ein in die Stille des Bergsees.

Dein Herz schlägt ruhig und gleichmäßig. Dir wird warm ums Herz.

Becken und Bauch sind strömend warm, du fühlst die pulsierende Energie deiner Mitte.

Die Strahlen der Sonne wärmen dich.

Du spürst eine angenehm frische Brise auf deinem Gesicht. Dein Kopf ist kühl und klar.

Bewege nun deine Finger und Hände, deine Zehen und Füße.

Nimm einen tiefen Atemzug und räkle dich genussvoll.

Öffne deine Augen. Du bist wieder frisch und entspannt.

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